Liebes Tagebuch (25): Jojo-Effekt

Hhm - das schmeckt und ist neuerdings auch gesund!!!

Liebes Tagebuch,

bevor dieser Blog noch indiziert wird, habe ich lieber staatstragend vorbildlich meine letzte Snackpause (1 Butterstollen 250g) dokumentiert. Der von allen Diäterfahrenen gefürchtete „Jojo“-Effekt hat nämlich mittlerweile auch die deutsche Bevölkerung (oder zumindest deren gewählte Vertreter) ergriffen. Was vor einem halben Jahr noch zu dick war, ist jetzt plötzlich viel zu mager: Das Volk (und nicht etwa die Ergebnisse der Regierungsarbeit). Deshalb haben die unermüdlich um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger bemühten Ministerinnen Schmitt, Schavan und von der Leyen die „Fett statt Fit“-Kampagne durch „Leben hat Gewicht“ ersetzt.

Schuld an der gefährlich übertriebenen Volksverschlankung sind die üblichen Verdächtigen: Medien, Mode-Industrie und das Internet (ausnahmsweise allerdings nicht die „Killer-Spiele“). Bekämpft werden soll die republikweite Magersucht-Epidemie daher auch wie üblich:

„Das Bundesfamilienministerium wird in Kooperation mit den Ländern, Kontroll-instanzen und Verbänden […] darauf drängen, dass auf allen zuständigen Ebenen rigoros gegen den „Schlankheitswahn“ fördernde Medien und Inhalte vorgegangen wird. Hinweise nehmen beispielsweise entgegen: jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de, bundespruefstelle.de.“ (Pressemitteilung Bundesgesundheitsministerium)

Ich weiß nicht, wie es dir geht, Liebes Tagebuch. Aber mir ist jetzt schlecht.