Bernd bloggt – ein Selbstversuch.

Dass hier nach jahrelanger Untätigkeit von nun an gebloggt werden soll, mag zahlreiche Leser (sofern die Leser dieser Website überhaupt zahlreich sind) erstaunen. Anlass zur Einrichtung eines Weblogs (und eigentlich zur ganzen Website-Renovierung) war, dass ich eine Gelegenheit brauchte, das Content-Management-System „Wordpress“ auf seine Brauchbarkeit zu testen.

Da es sich bei WordPress ursprünglich um ein Produkt der Blogosphäre handelt, bot es sich irgendwie an, einen Selbstversuch zum Thema „Web 2.0“ (wie Bloggen, Podcasten, etc. so schön medienwirksam gelabelt werden) zu starten: In der Hoffnung, diese Website tatsächlich mal etwas aktueller als bisher zu halten und um herauszufinden, ob es sich bei dem Phänomen Weblog um einen kurzlebigen Hype oder tatsächlich eine qualitativ andere Form der Internetnutzung als bei der althergebrachten „privaten Homepage“ handelt. Treibende Kraft des Bloggens bildet also Neugier, die wahrscheinlich auch die wichtigste Motivitation des Lesen von Weblogs ist.

Aufgrund entsprechender Berichte in der tages- und wochenaktuellen Qualitätspresse genährte Hoffnungen auf Pullitzer-Preis verdächtige Enthüllungen über die Machenschaften der Mächtigen werde ich allerdings wohl enttäuschen müssen. Unterlagen, wie George W. seine Ersatzdienstzeit bei der Nationalgarde wirklich verbracht hat, liegen mir weder echt noch gefälscht vor. (Könnte zum Thema höchstens beitragen, dass nach dem versuchten Genuß einer Probe-Packung original-amerikanischer „Snack-Pretzels“ es mir ziemlich rätselhaft erscheint, wie man die Dinger in die Luftröhre bekommen kann. Sie auf dem regulären Weg über die Speiseröhre in den Körper zu befördern ist bereits schwierig genug.)

Privat Skandalöses soll hier übrigens ebensowenig wie politisch Skandalöses ausgebreitet werden: Wahrscheinlich haben die exclusiv-explosiven-blitz-brisanten Boulevardmagazine schon längst die Lust auf „schamlose Busen-Bloggerinnen“ geweckt („Petra aus Potsdam zeigt ihre Netzstrümpfe im Netz – und noch viel mehr!“). Da werde ich – schon mangels Busen – nicht mithalten können.

Und sollte Christian Pfeiffer eine Studie über den Zusammenhang von medienverwahrlosendem Webloggen und schlechten Leistungen im Religionsunterricht der Sekundarstufe 2 („Kein Wunder: 95% aller Blogger benutzen Wörter nicht-deutscher Herkunft“) in den „ZDF.reportern“ vorgestellt haben, kann ich beruhigen: Die Sekundarstufe 2 (in der ich allerdings die Benutzung von Wörtern nicht-deutscher Herkunft erlernt habe) liegt schon eine Weile hinter mir.

Sofern ich mich nicht als totaler Blog-Muffel erweise, werden die im Selbstversuch gewonnenen Erkenntnisse in der Kategorie: „Leben 2.0/selbstreflexiv“ veröffentlicht. Weitere – genauso sinnig benannte – Kategorien im Blog werden folgen, wann immer mir der Sinn danach steht.

Da diese Website aber noch mehr „0.5beta“ als „2.0“ ist, möchte ich die geneigten Nutzer um Nachsicht bitten, falls einige Details noch nicht ganz ausgereift erscheinen oder nicht wie erwartet funktionieren. (Die Geschwindigkeit des Seitenaufbaus wird allerdings nur durch einen Provider-Wechsel zu erhöhen sein, denn in der „Strato“-Sphäre ist die Performance leider ziemlich dünn…)

Soviel für’s erste, Bernd.